www.amt-schlieben.de 25.06.2017 01:07 Uhr
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Fläche: 31,6 km²
Einwohner: 685
ehrenamtliche Bürgermeisterin: Peggy Bulst

Ortsteile: Hillmersdorf, Naundorf, Stechau

Die Gemeinde Fichtwald ist amtsangehörige Gemeinde des Amtes Schlieben. Nach § 135 der Brandenburgischen Kommunalverfassung (BbgKVerf) werden alle Verwaltungsangelegenheiten durch das Amt Schlieben, vertreten durch den Amtsdirektor Herrn Andreas Polz, wahrgenommen.

 

Ortsteil Hillmersdorf
- Fläche: 670,4 ha -
Ortsvorsteherin: Peggy Bulst

Ortslage
Hillmersdorf befindet sich etwa 10 Kilometer von der Stadt Schlieben entfernt. Über die Landesstraßen 69 und 70 ist der Ort gut zu erreichen. Aufgrund seiner Lage am Rande des Fichtwaldes bietet er, von den Erhebungen der Proßmarker Heide aus, einen schönen Rundblick.

Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert
Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert
Geschichtliches
Hillmersdorf wurde zum ersten Mal 1360 in einer Urkunde unter dem Namen "Hildebrandstorff" erwähnt. Dieser Begriff stammt vermutlich von dem Ortsgründer "Hildebrand" ab. Im 13. Jahrhundert wurde die Feldsteinkirche errichtet. Ein Jahrhundert später erfolgte der Bau des Rittergutes. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf völlig zerstört, sodass ab 1651 die Zeit des Wiederaufbaus begann. 1814 gelangte Hillmersdorf in den Besitz des Grafen von Solms aus Sonnewalde. Der Verkauf von Torf wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Geschäft im Ort. Die Fichtwaldlandschaft entstand Ende der Eiszeit durch das Schmelzen der Eismassen. Im Mittelalter begannen die ländlichen Bewohner damit, den Boden trocken zu legen und zu bewirtschaften. So entstand durch das Wirken vieler Generationen eine unverwechselbare Wiesen- und Waldlandschaft. In kleineren Nebenflüssen im Fichtwald fanden auch Biber und Nutria eine Heimat. Der Fichtwald lädt den naturliebenden Besucher zu beschaulichen Wanderungen ein. Radwanderwege führen von Hillmersdorf nach Stechau und Naundorf. Auch Wehrhain und Frankenhain sind über das gut ausgebaute Netz erreichbar. Von Naundorf aus kann man über Waidmannsruh, Lebusa und Körba sogar bis auf den Fläming Skate gelangen.

Sehenswertes
In der Dorfmitte befindet sich die aus dem 13. Jahrhundert stammende gut erhaltene Feldsteinkirche. Der Turm und die Vorhalle wurden etwas später erbaut. Sehenswert ist auch der steinerne Ritter, der sich geheimnisumwittert als ganzfiguriger Grabstein aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der Vorhalle befindet. Nach dem ersten Weltkrieg wurde vor der Kirche ein Denkmal mit den Namen der im Krieg Gefallenen errichtet. Im Dorf steht auch ein denkmalgeschütztes Kleinbauerngehöft, früher "Hufe" genannt. Fährt man weiter in den Ort hinein, findet man die 1870/71 gepflanzte Dorfeiche.

Wettbewerb der Kinder im Dosenwerfen beim Dorffest in Hillmersdorf
Wettbewerb der Kinder im Dosenwerfen beim Dorffest in Hillmersdorf
Regelmäßige Veranstaltungen Höhepunkt in Hillmersdorf ist das alljährliche Dorffest. Bei heimischer Musik, Getränken, Essen und Spielen feiern die Einwohner. Das Osterfeuer und das Zampern gehören zu traditionellen und beliebten Veranstaltungen im Ort.

 

Ortsteil Naundorf
- Fläche: 1.553,4 ha -
Ortsvorsteher: Thomas Wilkert

Ortslage
Naundorf befindet sich etwa fünf Kilometer nordöstlich der Stadt Schlieben. Die Gemeinde ist an der Bundesstraße 87 und in der Fichtwaldniederung gelegen.

Ortsansicht
Ortsansicht
Geschichtliches
Naundorf wurde urkundlich bereits 1346 als "Nawendorff" erwähnt, was so viel wie "Neues Dorf" bedeutet. Möglicherweise waren es vor Jahrhunderten die Bewohner der nahen Wüstungen Sassendorf und Wenddorf, die hier neu siedelten. Der Ortsteil wurde als Sackgassendorf mit Dorfanger angelegt. Im an der Bundesstraße 87 gelegenen Gemeindeteil befindet sich eine Gaststätte, welche bereits 1679 erwähnt wurde.

Rollerbahn der Kita "Wichtelstübchen" (Foto: Sven Gückel)
Rollerbahn der Kita "Wichtelstübchen" (Foto: Sven Gückel)
Sehenswertes
Die Naundorfer Gaststätte "Am Waldesrand" geht auf eine Erbschänke des 17. Jahrhunderts zurück. Ihr Standort lag ursprünglich im Dorfzentrum. Heute wie früher kann man sich dort mit heimischen Spezialitäten verwöhnen lassen. Zu Ehren der Gefallenen des ersten Weltkrieges wurde im Dorf ein Denkmal in Form einer Stele errichtet. Naundorf besitzt zudem einen eigenen Kindergarten, die KITA "Wichtelstübchen", in der Kinder der Umgebung liebevoll betreut werden.

Vereine
Der Landfrauenverein Naundorf beschäftigt sich mit der Pflege und dem Erhalt ländlicher Traditionen. Vom Verein werden traditionelle Feste und Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Erntefest, organisiert. Der Naundorfer Jugendclub bietet den Jugendlichen des Ortes und der näheren Umgebung Abwechslung vom stressigen Alltag. Wie in den meisten kleineren Gemeinden im Schliebener Land, ist auch in Naundorf die Freiwillige Feuerwehr wesentlicher Bestandteil des Gemeinschaftslebens. Im Rassegeflügelverein e.V. Schlieben und Umgebung engagieren sich die Züchter aus Naundorf und dem gesamten Amtsbereich. Regelmäßige Veranstaltungen Beim Naundorfer Dorffest können die Pfingstnächte- und Tage gemütlich innerhalb der Dorfgemeinschaft verbracht werden. Höhepunkt ist dabei das traditionelle Fußballspiel gegen Mannschaften aus der Umgebung. Das Osterfeuer und das Zampern sind Bräuche aus alten Zeiten, die einst dazu dienten, den Winter zu vertreiben.

 

Ortsteil Stechau
- Fläche: 931,5 ha -
Ortsvorsteher: Klaus Schurig

Ortslage
Stechau befindet sich etwa dreizehn Kilometer südöstlich der Stadt Schlieben. Die Gemeinde ist über die L69 gut zu erreichen.

Blick entlang der Dorfstraße
Blick entlang der Dorfstraße
Geschichtliches
Das Straßenangerdorf Stechau ist das größte und älteste der Fichtwalddörfer. 1645 wurde der Ort im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Als neues Zentrum ließ die Familie von Birckholz 1752 das barocke Schloss mit Park errichten. Im 19. Jahrhundert wurde durch Torfabbau eine neue Geldquelle entdeckt. Mit den Einnahmen aus dem Torfverkauf stieg die Einwohnerzahl des Dorfes. Die Familie Gontard, Besitzer des Rittergutes in Stechau, wurde 1945 durch die Bodenreform enteignet. 1992 verhalf Dr. Bardia Khadjavi-Gontard dem Schloss zu neuem Glanz.

Sehenswertes
Die Stechauer Kirche wurde im 13.Jahrhundert errichtet und ist die älteste erhaltene Feldsteinkirche der Region. Sie besitzt Elemente aus Gotik und Barock. Die Kirche und die Parkanlage des Schlosses sind kulturelle Mittelpunkte des Ortes für Konzerte und Veranstaltungen. Die prächtige Flügelanlage des barocken Schlosses wurde auf den Grundmauern eines wendischen Festungsbaus errichtet. Im Schlosspark befindet sich das einzig erhaltene Sühnekreuz im Schliebener Land. Südlich von Stechau liegt, im Mischwald eingebettet, ein Teich, der mit seinem klaren Wasser im Sommer gerne von Groß und Klein zum Baden genutzt wird.

Vereine
Das Vereinsleben hat in Stechau hohen Stellenwert. Die Freiwillige Feuerwehr nimmt dabei einen zentralen Platz ein. Schon früh nehmen auch die Kinder und Jugendlichen mit Begeisterung an Feuerwehrwettkämpfen teil. Stechau besitzt sehr aktive Senioren. Eine Gruppe organisiert Veranstaltungen und unternimmt Ausflüge. Im Bereich des Sports sind der SV Turbo Stechau als Fußballverein, der Ju-Jutsu-Verein und der Pferdesportverein sehr aktiv. Der Verein zur Pflege des Naherholungsgebietes Pechhütte kümmert sich aktiv, um die Pflege und den Erhalt des Badesees und seines Umfeldes.

Sommerkonzert im Schlosspark
Sommerkonzert im Schlosspark
Regelmäßige Veranstaltungen
Die Sommerkonzerte im Stechauer Schloss sind weit über die Grenzen des Schliebener Landes bekannt. Ein Besuch bei der Gärtnerei Schulze lohnt sich besonders am Kreisgärtnertag oder an einem der Aktionstage. 2008 wurde sie mit dem Titel "Gärtnerei des Jahres" in Brandenburg ausgezeichnet. In Stechau erfreut man sich zudem jedes Jahr an einem Osterfeuer, das gemeinsam aufgetürmt und verbrannt wird. Das Dorffest gehört ebenso zu einer beliebten Tradition, wie das Zampern.